Nach dem Moorbrand im Hohen Venn

Monatelange Nachlöscharbeiten, Verlust an biologischer Vielfalt, Einbruch des Tourismus: Das teure und schleichende Nachspiel der Brandkatastrophe.

Die eigentlichen Brände im Hohen Venn sind zwar gelöscht, doch von Entwarnung kann für die Einsatzkräfte vor Ort auch Anfang September noch keine Rede sein: Im torfigen Untergrund schwelen Glutnester oft über Wochen hinweg unsichtbar weiter.

So steigt auch durch die aktuelle Sturmlage am heutigen Freitag das Risiko drastisch, dass der starke Wind diese unterirdischen Schwelbrände erneut anfacht und Funken auf umliegende Flächen trägt.

Windböen (10m) Hohes Venn am Freitag (12:00 Uhr) nach EZMWF
© www.donnerwetter.de

 

Moorbrand verursacht enorme Kosten

Für die lokalen Feuerwehren bedeutet das einen kräftezehrenden und immens teuren Dauereinsatz: Brandwachen müssen ununterbrochen Patrouille fahren und Nachlöscharbeiten durchführen.

Die finanziellen Folgekosten für Gerät, Material und Personaleinsätze schnellen derweil ungebremst in die Höhe: Erste Schätzungen gehen allein für die betroffene Hilfeleistungszone von mehreren hunderttausend Euro aus. In der Hochphase waren bis zu 300 Feuerwehrleute gleichzeitig im Einsatz, was zu massiven Personalkosten führt.

 

Hinzu kommen hohe Materialschäden: Schläuche, Strahlrohre und Spezialgeräte wurden im unwegsamen, schlammigen Gelände beschädigt oder mussten wegen herannahender Flammen in aller Eile zurückgelassen werden.

Zudem erfordert der Verschleiß an den Einsatzfahrzeugen nun teure Wartungsarbeiten. Zwar teilen sich derzeit die Provinz Lüttich und die Anrainergemeinden die Zeche, doch die Rettungsdienste fordern bereits dringend finanzielle Unterstützung von übergeordneten Stellen.

Unersetzlicher Naturschatz auf Jahrzehnte zerstört

Vielen Menschen ist das volle Ausmaß der Zerstörung gar nicht bewusst. Ein Hochmoor wie das Hohe Venn ist kein gewöhnlicher Wald, der nach einigen Jahren wieder nachwächst.

Es handelt sich um ein Jahrtausende altes Ökosystem und einen gigantischen natürlichen CO₂-Speicher. Wenn Torfschichten verbrennen, geht ein unersetzlicher Naturschatz verloren – zusammen mit seltenen Tier- und Pflanzenarten, deren Lebensraum auf einen Schlag vernichtet wurde. Die Regeneration dieser einzigartigen Kulturlandschaft wird Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte dauern.

 Brandwolke im Hohen Venn am 14.08.2026 aus Satellitenperspektive
© www.donnerwetter.de

 

Buchungseinbrüche belasten den regionalen Tourismus

Neben den ökologischen Folgen und den Kosten für die Kommunen trifft die Katastrophe die Region auch ökonomisch hart.

Das Hohe Venn ist einer der wichtigsten Touristenmagnete der Eifel und Ostbelgiens. Durch die Brandberichterstattung, zeitweise Wegesperrungen und die Befürchtung einer zerstörten Naturkulisse verzeichnen Hotels, Pensionen und Gastronomiebetriebe spürbare Einbrüche bei den Buchungen. Die Angst vor weiteren Stornierungen sitzt der Branche tief im Nacken – eine zusätzliche Belastung für eine Region, die nun an mehreren Fronten mit den Langzeitfolgen des Feuers zu kämpfen hat.

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