Blitz und Donner nach Fahrplan

Die Uhrzeit von Gewittern folgt einer präzisen Statistik: Der 30-Jahres-Trend der Station Köln-Bonn zeigt genau, wann die Unwettergefahr am höchsten ist!

Gewitter entstehen selten rein zufällig. Sie sind das Ergebnis physikalischer Prozesse, die eng an den täglichen Gang der Temperaturen gekoppelt sind.

Die Auswertung der Gewitterstunden im 30-Jahres-Trend der Station Köln-Bonn veranschaulicht diesen Rhythmus eindrucksvoll:

© www.donnerwetter.de

 

Die "Rushhour" der Gewitter: Der späte Nachmittag

Die Grafik verdeutlicht, dass die Haupt-Gewitterzeit zwischen 15:00 und 19:00 Uhr liegt. In diesem Zeitfenster schießen die Kurven steil nach oben, mit dem absoluten Spitzenreiter um 16:00 Uhr.

Der Grund dafür ist die tageszeitliche Erwärmung: Die Sonne heizt den Erdboden über den Vormittag und Mittag hinweg intensiv auf. Da die wärmste Luftschicht am Boden erst mit Verzögerung – meist am Nachmittag – ihre maximale Energie erreicht, beginnt genau dann der kräftige thermische Aufwind.

Feuchte Luftmassen steigen rasant in die Höhe, kondensieren und bauen innerhalb weniger Stunden die mächtigen Gewitterwolken (Cumulonimbus) auf, die sich dann entladen.

Die ruhigen Stunden: Minimale Gefahr im morgendlichen Berufsverkehr

Ganz anders sieht es in den späten Nacht- und frühen Morgenstunden aus. Zwischen 02:00 und 06:00 Uhr ist die Wahrscheinlichkeit für Blitz und Donner auf ein Minimum reduziert.

In der Nacht kühlt der Boden ab, die Atmosphäre stabilisiert sich, und der nötige "Treibstoff" – die thermische Energie – fehlt fast völlig. Erst ab ca. 08:00 Uhr morgens, wenn die Sonne wieder Kraft gewinnt, erwacht die Gewitteraktivität langsam aus dem Tief.

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